Caputh

Leben in den Wäldern?

m. "große, dicht mir Bäumen bestandene Fläche, Forst", ahd. wald (8.Jh.) mhd. walt "Wald, Waldgebirge, Baumbestand, Holz, die laubigen Äste und Zweite eines Baumes", asächs. wald, mhd. wolt [...]. (Aus: Ethymologisches Wörterbuch des Deutschen,  München, 1997, 3. Aufl.)

Aus dem Waldatlas

Waldsterben

Aus der Zeit, Ausgabe 21/2021, Seite 34 ●

Wis­sen · To­ralf Staud, Nick Rei­mer


Bun­des­re­pu­blik Heiß­land

"Durch den Kli­ma­wan­del wird sich un­ser Le­ben tief­grei­fend ver­än­dern.

Ein Blick vor­aus ins Jahr 2050

VON TO­RALF STAUD UND NICK REI­MER

Was heißt das für un­ser Le­ben im Jahr 2050? Das Da­tum klingt, als stam­me es aus ei­nem Sci­ence-Fic­tion-Ro­man. Doch in Wahr­heit sind es bis da­hin nur noch 29 Jah­re; we­ni­ger, als seit 1990 ver­gan­gen sind, dem Jahr der deut­schen Wie­der­ver­ei­ni­gung. In der Kli­ma­po­li­tik nimmt 2050 ei­ne Schlüs­sel­stel­lung ein. Bis zu die­sem Jahr will die gan­ze EU »kli­ma­neu­tral« sein.

Wald­ster­ben

»Den Wald, den wir heu­te ha­ben, wer­den die nach­fol­gen­den Ge­ne­ra­tio­nen nicht mehr ken­nen«, pro­phe­zeit Hans-Wer­ner Schröck von der For­schungs­an­stalt für Wal­döko­lo­gie und Forst­wirt­schaft Rhein­land-Pfalz. Hit­ze und Dür­re, mehr Wald­brän­de und Bor­ken­kä­fer-Pla­gen – Deutsch­land steht ein groß­flä­chi­ges Wald­ster­ben be­vor. Die Fich­te wird vie­ler­orts ver­schwin­den. Auch für Ei­chen, Bu­chen oder Kie­fern, zei­gen Si­mu­la­tio­nen im Auf­trag des Um­welt­bun­des­am­tes, wer­den vie­le Stand­or­te in we­ni­gen Jahr­zehn­ten zu tro­cken und zu heiß sein, vor al­lem im Sü­den Bran­den­burgs, im Nor­den von Sach­sen und Sach­sen-An­halt so­wie im Nor­den und Sü­den von Bay­ern, im Sü­den von Hes­sen und Rhein­land-Pfalz so­wie in Ba­den-Würt­tem­berg ent­lang des Rheins. " [...] ""Die Zukunft könnte so aussehen wie im Süden Europas"", "sagt Hans Werner Schröck. Für Brandenburg sehen Wissenschaftler ""einen Trend zur Steppe"".

Druck, Tusche auf Papier, Collage, 29,7x 42,0 cm, 2021

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Druck, Tusche auf Papier, 29,7x 42,0 cm, 2021

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Druck, Tusche auf Papier, 29,7x 42,0 cm, 2021

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Tusche auf Papier, 130x100 cm, 2021

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Tusche auf Photodruck, 84, 6 x 41, 6 cm, 2021

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Besuch bei Lisa Krause (94) aus Caputh

Ich besuche Lisa Krause, eine 94 alte Dame aus Caputh. Ich befrage sie zu ihren Erinnerungen an den Wald. Sie hat einige Dokumente für mich vorbereitet, die sie mir für meinen weiteren Forschungen überläßt.

Waldatlas

Ich mache eine Übersicht und entdecke eine Ähnlichkeit zu Aby Warburgs Bildatlas. Ich erstelle einen "Waldatlas" als Zwischenergebnis.  "Der Atlas ist in der Kartographie eine Sammlung thematisch, inhaltlich oder regional zusammenhängender Landkarten in Buchform oder loser Folge." (wikipedia) Er funktioniert für mich als "Nachschlagewerk mit Bildmaterial zu diesem Wissensbereich."

14
April
2021

"Der Wald als Gesamtkunstwerk"

Während meiner Forschungen zum Thema Wald bin ich auf ein Zitat von Heinrich von Salisch, Großgrundbesitzer in Schlesien gestoßen. Er formuliert 1885 "die Natur sei den Menschen in der fortschrittsorientierten Zeit der Industrialisierung gleichermaßen Kunstausstellung, Theater und Bibliothek. Als eine Art Gesamtkunstwerk könnte man den Wald nicht nur in der Anschauung genießen, sondern auch seine Gerüche, Vogelstimmen, ja, sogar als eine eigene Musik, denn der Wald selbst sei das Stimmorgan des Windes". (In: Umersbach, Viktoria: Im Wald, da sind die Räuber. Eine Kulturgeschichte des Waldes. Vergangenheitsverlag, 2009, S.67)

Mich interessieren die einzelnen Punkte , die ich in weiteren Schritten erforschen und in einen weiteren Zusammenhang bringen möchte. Es entstehen Zeichnungen, Drucke und Texte.

Ich beschließe, die entstandenen Arbeiten nicht mehr zu zensieren, sondern sämtliche Forschungsergebnisse zuzulassen. 

9
April
2021

Forestalprinting

Bei meinen Spaziergängen durch den Wald begegne ich vielen Holzarbeitern, die auf einer Anhöhe Bäume fällen.

Ich beschließe, mit den Kindern in den Wald zu gehen und Abdrücke von den gefällten Bäumen zu nehmen. Wir entdecken Sägespuren, die die Jahresringe überlagern. 

Wir sehen nur noch die Stümpfe, die Bäume können wir uns nicht mehr vorstellen. Es ergeben sich Leerstellen im Wald. Wir markieren einen Baumstamm in Blau und erinnern uns an Yves Klein. Wir geben dem Baum ein zweites Leben als Kunstwerk. 

Denken im Wald

Der Wald um Caputh hat  Geschichten. Ich kenne nur ein paar davon. Ich möchte im Moment nicht zu viel wissen. So kann ich in die Geschichten der erstaunlichen Hügel und Täler besser erfinden. Ich versuche verschiedene Zeichnungen im Freien, um die Orte besser zu verstehen. Es ergibt sich für mich ein unabhängiges eigenständiges Bild von "Wald". 

22
März
2021

Blick in den Sumpf

In den Niederungen des Waldes befindet sich ein Sumpf. Sumpf m. "nasses morastiges Gelände"..."Sumpf ist ursprünglich auf Nord- und Mitteldeutschland beschränkt, wird jedoch im 17. Jh. durch die ( nordd. und md.) Sprachgesellschaften in die Literatursprache eingeführt (Aus: Ethymologisches Wörterbuch des Deutschen,  München, 1997, 3. Aufl.). Im Sommer ist er meist ausgetrocknet, beobachte ich. Ich warte auf den Frühling, um zu prüfen, was hier wachsen wird. Jetzt sieht man die Wildschweinspuren. Es müssen viele Schweine sein, die hier nachts direkt an der Siedlung entlang laufen.

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